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Fallbeispiel

Sichere Großbaustelle: Medizinische Versorgung als Erfolgsfaktor in Indien

Rückenansicht eines Mitarbeiters in einer Fabrik
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Ausgangslage

Die SMS group GmbH unterstützt derzeit als technischer Partner den Bau eines Stahlwerks in Hazira, nahe Surat, Indien. Mit einem geplanten Personalaufbau auf rund 70 Mitarbeiter – darunter internationale und lokale Fachkräfte – wurde International SOS beauftragt, eine umfassende medizinische Standortbewertung durchzuführen. Ziel war es, die medizinische Infrastruktur vor Ort zu analysieren und Empfehlungen zur Risikominimierung und Notfallversorgung zu geben.

Problemstellung

Die medizinische Versorgung am Standort war zum Zeitpunkt der Untersuchung unzureichend:

  • Keine dedizierte medizinische Einrichtung oder medizinisches Personal auf dem Baugelände.
  • Vorhandene Ambulanzfahrzeuge waren leere Transportfahrzeuge ohne medizinische Ausrüstung mit der Möglichkeit, eine frühe Behandlung zu beginnen.
  • Die nächstgelegene medizinische Einrichtung (3,5 km, ca.10-12 min Fahrzeit) ist nur für die Erstversorgung geeignet und kann kaum komplexe Fälle handhaben.
  • Die nächstgelegenen voll ausgestatteten Krankenhäuser (Shalby und Kiran Hospital) liegen 45–55 Minuten entfernt – ein kritischer Faktor bei medizinischen Notfällen.

Die Region Hazira birgt erhebliche Gesundheitsrisiken:

  • Infektionskrankheiten durch Überschwemmungen, Umweltverschmutzung und unzureichende Hygiene.
  • Nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu.
  • Umweltgefahren wie Luftverschmutzung, Hitze, Schlangen- und Skorpionbisse.
  • Verkehrsunfälle sind eine der häufigsten Todesursachen in Indien.
  • Arbeitsplatzrisiken durch Hitze, Chemikalien, Lärm und ergonomische Belastungen.

Lösung

Im Rahmen des Site Health Reviews entwickelte International SOS ein umfassendes Konzept zur Verbesserung der medizinischen Sicherheit am Standort:

  1. Aufbau einer medizinischen Einrichtung vor Ort
    Einrichtung eines Containers als ambulante Versorgungseinrichtung.
    Ausstattung mit Notfallausrüstung (Advanced Life Support, ALS-Kit) und Medikamenten.
    Einstellung von medizinischem Personal mit Zertifizierung in erweiterten kardiovaskulären lebensrettenden Maßnahmen (Advanced Cardiovascular Life Support, ACLS) im Rotationsmodell (28 Tage Einsatz, 28 Tage Pause)
  2. Optimierung der Notfalllogistik
    Nutzung einer kleinen nahegelegenen medizinischen ambulanten Einrichtung (Basic Life Support, BLS) für den Transport stabiler Patienten.
    Aufbau eines strukturierten Notfallplans (Medical Evacuation Response Plan, MERP) mit definierten Eskalationswegen und Transportoptionen – sowohl bodengebunden als auch per Lufttransport.
  3. Implementierung von Präventions- und Schulungsmaßnahmen
    Impfempfehlungen für internationale Mitarbeitende, insbesondere gegen Hepatitis A/B, Typhus, Tollwut.
    Schulungen zu Verkehrssicherheit, Hitzeprävention, Umgang mit Tieren und Erste Hilfe.
    Regelmäßige Hygiene- und Sanitätskontrollen, insbesondere bei Verpflegungseinrichtungen.

Auswirkung

Der Site Health Review bot der SMS Group eine klare Entscheidungsgrundlage für den Aufbau einer sicheren medizinischen Infrastruktur. Die Umsetzung der Empfehlungen trägt wesentlich zur Gesundheit, Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden bei – und stärkt gleichzeitig das Vertrauen in die Standortbedingungen sowie die Stabilität des Projekts.