Fallbeispiel
Gesundheitsversorgung für 12.000 Mitarbeitende - Großprojekt in Südamerika

Ein international tätiges Maschinenbauunternehmen hat den Auftrag, eine moderne Zellstofffabrik in Südamerika zu errichten. Das Projekt umfasst bis zu 12.000 Mitarbeitende, darunter lokale Arbeitskräfte und internationale Entsandte. Vor Projektbeginn beauftragte der Kunde International SOS mit einem umfassenden Site Health Review (SHR), um die medizinische Versorgung vor Ort zu bewerten und Empfehlungen zur Sicherstellung der Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitenden zu erhalten.
Medizinische Infrastruktur: Die medizinische Versorgung an dem Projektstandort in Südamerika entspricht außerhalb der Hauptstadt nicht internationalen Standards. Medizinische Leistungen sind limitiert, und komplexe und schwierige Fälle müssen in die Hauptstadt überwiesen werden (Fahrzeit: ca. 6,5–7,5 Stunden).
On-Site-Versorgung: Die medizinische Einrichtung auf dem Projektgelände ist rudimentär und bietet lediglich Versorgung auf BLS-Niveau (Basic Life Support). Eine Notfallversorgung auf ALS-Niveau (Advanced Life Support) ist nicht gegeben. Es fehlt ein umfassender Medical Evacuation Response Plan (MERP) sowie eine strukturierte Occupational Health (OH)-Bewertung.
Transport und Evakuierung: Es existieren keine lokalen Anbieter für Luftrettung (Medevac). Bodenambulanzdienste sind begrenzt und meist nur in Asunción verfügbar. Für kritische Fälle müsste das Militär zur Unterstützung aktiviert werden.
Auf Basis der Standortanalyse entwickelte International SOS ein umfassendes Maßnahmenpaket, um die medizinische Versorgung auf internationale Standards zu heben und die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten.
Das Site Health Review zeigt deutlich, dass die aktuelle medizinische Versorgung in Concepción nicht ausreicht, um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden während der Bauphase zu gewährleisten. Durch die Umsetzung der von International SOS empfohlenen Maßnahmen erhält das Maschinenbauunternehmen eine robuste, standortgerechte Gesundheitsinfrastruktur, die internationalen Standards entspricht. Die Investition in medizinische Versorgung, Prävention und Evakuierungsmanagement stärkt nicht nur die Fürsorgepflicht des Unternehmens, sondern auch das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Sicherheits- und Gesundheitsstandards vor Ort – ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts und die Stabilität der operativen Abläufe.